
Die deutsche Pilotenvereinigung Vereinigung Cockpit (VC) hat erklärt, dass Verhandlungen über „bessere Rentenrechte“ für die Piloten der Lufthansa gescheitert seien und daraufhin zu einem Streik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung soll am Donnerstag, 12. Februar, von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr Ortszeit dauern. Auch die Piloten der Frachttochter sind von dem Ausstand betroffen.
Die VC erinnerte daran, dass sich bereits in einer Abstimmung im vergangenen Jahr die große Mehrheit der Piloten für einen Streik ausgesprochen hatte. Parallel rief die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ebenfalls Beschäftigte der Lufthansa und der Regionaltochter CityLine zum Arbeitskampf auf.
Die UFO begründete ihren Aufruf mit der geplanten Einstellung des CityLine-Betriebs und dem Scheitern von Verhandlungen über einen Sozialplan. Nach Angaben der Gewerkschaft stehen vor allem rund 800 Stellen bei CityLine auf dem Spiel. Harry Jaeger, Tarifexperte der UFO, kritisierte, die Unternehmensführung setze unter dem Vorwand von „Effizienz“ und „Flexibilität“ Arbeitsbedingungen durch, die Planbarkeit für Beschäftigte erschwerten, und lehne Schutzverhandlungen ab.
Als Folge der Arbeitskämpfe werden bei CityLine-Verbindungen ab Frankfurt und München sowie an weiteren großen Flughäfen wie Hamburg, Berlin und Düsseldorf zahlreiche Ausfälle erwartet. In Medienberichten wird die Streikwelle vor dem Hintergrund der Strategie der Lufthansa-Führung gesehen, Kosten durch neue Tochtergesellschaften wie „City Airlines“ und „Discover“ zu reduzieren.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr betont, Wachstum sei nur dort möglich, wo auch Gewinn erzielt werde; neue Einheiten mit günstigeren Personalkosten sollen daher Druck auf etablierte Bereiche ausüben. Das Unternehmen hatte diese Woche angekündigt, dass die neue Tochter City Airlines in Frankfurt starten werde. City Airlines soll CityLine ersetzen und bis Jahresende über eine Flotte von sieben Flugzeugen verfügen.
Diese strukturelle Umstellung, die für Passagiere beim Ticketkauf nicht sichtbar ist, bewerten die Gewerkschaften als einen Schritt, der die bestehenden Arbeitnehmerrechte schwäche.
von: Muharrem Bulut



